Richard III

DRAMA VON WILLIAM SHAKESPEARE – DEUTSCH VON THOMAS BRASCH


PRODUKTION Bremer Shakespeare Company

REGIE & BÜHNE Ricarda Beilharz

DRAMATURGIE Eva-Maria Voigtländer

MUSIK Roman Beilharz

KOSTÜME Heike Neugebauer

MIT Frank Auerbach, Christian Bergmann, Ulrike Knospe, Peter Lüchinger, Michael Meyer, Theresa Rose, Kathrin Steinweg


PREISE 40.– | 35.– | 25.– | 20.–

INFO Talk im Theater jeweils 18:45


Mo 09. März 201519:30
Di 10. März 201519:30

Auf seinem Weg an die Spitze eines verkommenen Staatsgebildes ist Richard III entschlossen und ohne Skrupel. Er tötet seine engsten Verwandten, wirbt um die Witwe eines von ihm ermordeten Prinzen und lässt seine Komplizen nach getaner Arbeit köpfen. Die Frauen in seinem Reich, angezogen von seiner Verführungskraft, abgestossen von seiner Bösartigkeit, benennen seine Verbrechen, verfluchen ihn – und vermögen dennoch nicht, ihn aufzuhalten. Als alle Gegner geschlagen sind und England zu einem öden, verlorenen Land zu werden droht, formiert sich Widerstand in Frankreich. Ein neuer Held, Richmond, beansprucht den Thron und verspricht dem Land den Frieden. In der entscheidenden Schlacht vernichtet Richard sein letztes Opfer, sich selbst. Weit müssen wir nicht schauen, um die Richards unserer Zeit zu entdecken, die Gesellschaften und politischen Systeme, in denen Vertrauen tödlich sein kann, Verrat nützlich und ein Menschenleben wertlos ist; in denen Grausamkeit erwünscht und ein Gewissen störend ist.

RICARDA BEILHARZ inszeniert die Figur Richard III als exemplarische Fallstudie eines Mannes, den ein in sich korruptes System hervorgebracht hat. Die Gefährlichkeit seines Charakters ist keine singuläre, degenerierte Erscheinung, sondern ist zugleich Spiegel und Kulminationspunkt jener Gesellschaft, aus deren Mitte er stammt. Die Figuren um ihn herum, die er mordet und manipuliert, tragen alle das Potential und jene Charakterzüge in sich, die Richard III zeigt, jedoch ist er allen anderen überlegen: er folgt den Gesetzen seiner «Freiheit». Einer Freiheit, die den «Mitspielern» die Sklaverei bringt.

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